GeburtdesLichts4

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Geburt des Lichts Kapitel 4: Ein Stern in der Nacht



Kapitel 1: Die Geburt des Lichts
Kapitel 2: Ein Herz aus Licht und Hoffnung
Kapitel 3: -verschollen-
Kapitel 4: Ein Stern in der Nacht



Zwar war es mir, als hätte ich Aitharos erst gestern verlassen, doch waren auf der Welt, die er seine Heimat nannte inzwischen viele Jahre vergangen, und mich dürstete danach zu erfahren, wie es den Kindern Bahamuths ergangen war. So führte mich mein Weg, viele Jahre nachdem ich vom Schicksal Nandurs erfahren hatte zurück auf die Welt Barghaans. Und erneut, so schien es, hätte ich keinen günstigeren Moment wählen können, um Aitharos in seiner Not beizustehen.

Ich erblickte eine riesige Ansammlung der verschiedensten Völker, als ich aus den Wolken auf die Ebenen Aquillons herabstieß. Reisende aus allen Teilen der Freien Welt waren gekommen, und riesige Zeltlager hatten sich auf den Hügeln um die Erste Feste versammelt. Ich erblickte die in schimmernde Rüstungen gekleideten Recken des Ordens des Platindrachens in Eintracht neben den Engelstemplern wandeln und in freundschaftliche Gespräche vertieft. Nicht viel weiter bei Zelten aus feinster Seide hunderte von Valaanern und tausend andere Vertreter der nördlichen Völker. Ich sah die Koppeln, in denen die edlen Rosse der Lanzen des Lichts auf ihre Reiter warteten, und im Zwielicht um das Lager herum konnte ich die wachsamen Augen verschiedener anderer Völker wahrnehmen. Es mussten tausende und abertausende von Wesen sein, die hier ihr Lager aufgeschlagen hatten. Doch dann wanderte mein Blick weiter, und ich sah, dass dies nur eine von hunderten von Stätten war, an denen sich Vertreter der Freien Lande auf den Ebenen Aquillons eingefunden hatten.

Schließlich entdeckte ich das Banner meines Freundes und so setzte ich neben seinem Zelt auf, wunderte mich jedoch zugleich, dass er hier, und nicht in der Feste weilte. Doch fand ich ihn nicht in Freude sondern in Trauer. So fragte ich ihn, wie er derart in Trauer versinken konnte, während er umgeben war von Tausenden die denselben Zielen folgte wie er?

"Dies ist kein Treffen unter Freunden sondern eine Heerschau, alter Gefährte. Denn dies ist keine Versammlung sondern eine Armee. Erneut scheint der Tag gekommen, an dem wir unsere Ziele und Ideale mit dem Schwert in der Hand vielmehr als mit der Liebe im Herzen verteidigen müssen. Es gilt, der Finsternis die Stirn zu bieten, auf dass sie nicht das heilige Feuer, das durch den Funken den mein Vater in die Welt brachte entzündet wurde erstickt!

Und zugleich ist all dies der Grund für meine tiefe Trauer. Mein Vater war einst das mächtigste unter den Kinder Barghaans. Er saß auf dem Thron des Chaos und herrschte über alles was lebt. Er herrschte durch Gewalt, Krieg und Mord. Heute sind wir gezwungen, eben dies erneut zu tun, um die Entscheidung meines Vaters, der Gewalt abzuschwören zu verteidigen! Wie kann dies der richtige Weg sein?

In Freiheit und Frieden lebten meine Eltern so lange sie dem Krieg entsagten. Als mein Vater sich jedoch entschloss, die Herausforderung des Dijai'dan anzunehmen, und sich auf seine Ebene der Gewalt zu begeben, bedeutete dies seinen Tod und das Ende meiner Mutter. Ordnung herrschte über das Land und alle Freien Völker so lange keiner mordete. Doch was beschwöre ich jetzt herauf, wenn ich sie dazu verleite ihren Glauben mit dem Schwert in der Hand zu bestreiten?

Einst sprach Bahamuth selbst die geheiligten Worte: "Ich ermahne Dich, meine Lehren niemals mit Gewalt zu verbreiten, aber wenn es sein muss dafür zu sterben!' Verleugne ich nicht meinen Gott selbst, wenn ich es jetzt zulasse, dass auch nur einer unserer Feinde durch uns den Tod erleidet? Oh Tir Amath, treuer Freund, ich kann es nicht tun!"

Doch bevor ich antworten konnte, betrat ein Ritter mit dem Zeichen des Platindrachens auf der Brust das Zelt, sein Gesicht gezeichnet von der Art Furcht, die aus Unwissenheit entsteht. "Herr! Ihr solltet Euch das ansehen!"

Als wir das Zelt verließen stockte mein Atem, und mein unsterbliches Drachenherz schien aufzuhören zu schlagen. Denn was ich da vom Himmel steigen sah, war das unglaublichste und wunderbarste, was mir in meinem uralten Leben bis zu diesem Zeitpunkt zu Gesicht gekommen war. Als würde die Sonne selbst vom Himmel steigen schwebte er zu uns herab. Das Licht der Sterne verblasste vor seinem Glanz, aus Respekt vor seiner Anmut. Die Erde schien zu jubilieren und den Moment herbeizusehnen, da er den Boden berührte.

Er war erschienen, der Seraphim Bahamuths und Erzengel des Lichts, erfüllt vom reinen Glanz der Schöpfung Bahamuths. Die Kraft und Eleganz die von ihm ausging, raubten mir fast den Verstand. Grün schimmerten seine Augen und Aufrecht war seine Statur. In Händen hielt er ein zusammengerolltes Bündel aus Stoff.

"Mein Name ist Soran. Ich bin gekommen, in der finstersten Stunde, die Ihr je erlebt habt, Sterbliche. Ich bin erschienen, denn es soll nicht Euer Schicksal sein, alleine für unsere Ideale zu sterben. So bringe ich Euch drei Geschenke."

Mit diesen Worten überreichte er dem Ritter an unserer Seite das feine Leinentuch. Doch bevor ich näher erkennen konnte, was es damit auf sich hatte sprach er erneut.

"Seid fest im Glauben, denn Ihr tut das richtige. Der Segen der Goldenen Stadt ist mit Euch. Fürchtet keinen Tod, denn Ihr könnt Euch gewiss sein, dass keiner Eurer hasserfüllten Feinde Eure Seele berühren wird, denn eine jede Seele die im Licht wandelt wird eingehen in die Goldene Stadt. Und Du, Aitharos, zeige Stärke und führe die, die Dir Vertrauen ohne zu zögern und ohne Zweifel, denn Bahamuth ist mit Dir!"

Nachdem er diese Worte gesprochen hatte schwang er sich erneut in die Lüfte und laut tönte es über die Ebenen Aquillons:

"Zweifelt nicht an dem was ihr tut, denn Ihr handelt aus Liebe und mit dem Willen um Frieden. Vertraut auf Eure Stärke und die Wahrheit tief in Euch. Und fürchtet nicht die Unbesiegbarkeit der Armeen des Dijai'dan, denn wir, die Seraphime Bahamuths werden Euch im Kampf beistehen!"

Und mit diesen Worten auf den Lippen stieg er empor und wurde wieder eins mit den Sternen am Himmel. Aitharos jedoch blickte ihm nicht nach, wie es die meisten anderen taten sondern stand mit geschlossenen Augen aufrecht vor den Versammelten. Eine tiefe Ruhe hatte von ihm Besitz ergriffen. Wie weggefegt waren die Zweifel und die Unsicherheit die noch kurz zuvor sein Herz erfüllt hatten.

Und ich war sicher, dass das Licht mit der kommenden Schlacht nicht untergehen würde.

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